Noch Fragen...?
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fragt Gülbahar, 12 Jahre
Für die Bildung von Kohle werden massenhafte Pflanzenvorkommen benötigt, deren abgestorbene organische Teile vom Sauerstoff abgeschnitten sind. Solche Bedingungen bieten Sumpf- oder Waldmoorgebiete, wie es sie vor 350 Millionen Jahren im Karbon (= Steinkohlezeitalter) gab. Riesige Wälder aus Bärlappen, Schachtelhalmen, Koniferen und vor allem zahlreichen Arten von Farnen besiedelten die feuchtwarmen Sümpfe und Moore.
Die abgestorbenen Pflanzen versanken im Schlamm. Auf dieser Schicht wuchsen neue Pflanzen, bis diese wieder abstarben. Zwischendurch wurden die Pflanzenreste mit Sand, Lehm und Geröll bedeckt. Dieser Vorgang wiederholte sich über Jahrtausende hinweg. Eine Schicht lagerte sich über die andere. Die oberen Schichten drückten die unteren zusammen. Dadurch wurden die Pflanzenreste entwässert. Sie verwandelten sich zuerst in Torf, dann in Braunkohle und schließlich in Steinkohle.
Es bedurfte also jeder Menge abgestorbener Pflanzen, Bedingungen ohne Sauerstoff, viel Druck und jede Menge ZEIT. Vor 3 Mio. Jahren gab es die ersten Menschen, vor 70 Mio. Jahren starben die Dinosaurier aus, vor 225 Mio. Jahren besiedelten die Dinosaurier die Erde und vor 350 Mio. Jahren entstand die Kohle, die trotz direkter Nutzung von Sonnen- und Windenergie und der Suche nach anderen Energiegewinnungsverfahren, noch ein wichtiger Energiespender ist.
GENAUER:
Wenn abgestorbene Pflanzenteile zu Boden fallen, wie es im Herbst geschieht, werden sie in kurzer Zeit von aeroben (sauerstoffliebenden) Bakterien zersetzt. Allmählich bildet sich auf diese Weise neuer, humusreicher Boden. In Sumpfgebieten werden abgestorbene Pflanzenteile jedoch am Boden sofort mit Wasser bedeckt. Weil das organische Material von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten ist, können somit keine aeroben Bakterien die Zersetzung vornehmen. Die Cellulose, die sich in den Mooren in Form von Pflanzen angesammelt hat, wird dagegen von anaerob (sauerstoffrei) produzierenden Bakterien in Huminstoffe umgewandelt. Der Torf, der so entstand, wurde mit Sand, Ton und Lehm bedeckt, wobei er gleichzeitig durch den Druck entwässert wurde.
Durch hohe Temperaturen, die zum Beispiel durch aufsteigende Magmaströme erreicht werden, steigt der Kohlenstoffgehalt und aus dem Torf ensteht zuerst die Braun- und danach die Steinkohle. Die Prozesse (bakterielle Zersetzung und thermischer Einfluss), die zur Umwandlung von Pflanzenmaterial in Torf, Braunkohle, Steinkohle und Anthrazit führen, bezeichnet man als Inkohlung.
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