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Wer hat die Schule erfunden?

Die alten Griechen natürlich!

Vor ungefähr 2700 gab es viele kleine Stadtstaaten im antiken Griechenland. Die Griechen nannten einen Stadtstaat "Polis". Jede Polis war auf Freiheit und Unabhängigkeit bedacht. SPARTA und ATHEN entwickelten sich auf sehr unterschiedliche Weise zu den führenden Städten.

Gruppe um Euklid(Bild: Gruppe um Euklid,
Teilbild aus
"Die Philosophenschule"
von Raffael)

In ATHEN gab es soziale Unruhen, weil die reichen adligen Landbesitzer die Bauern unterdrückten und ausbeuteten. Die Athener erfanden daraufhin das Amt des Schlichters, das sie mit dem weisen Solon besetzten. Er setzte fest, dass Landbesitz begrenzt werden sollte, damit die reichen Adeligen nicht immer mehr Land hinzukaufen konnten. Arme Bauern, die zu Sklaven gemacht worden waren, wurden befreit. Schulden wurden erlassen. Solon hob die harten Strafgesetze seines Vorgänger Drakon auf. Solons wichtigstes Gesetz aber besagte, dass in Zukunft nicht mehr eine Gruppe Adliger oder ein "göttlicher" König regierte, sondern die Bürger selbst. Sie sollten sich mindestens 40 Mal im Jahr in der Volksversammlung treffen, um alle wichtigen Fragen der Polis zu diskutieren, Gesetze zu beschließen und über Krieg und Frieden zu entscheiden. Die täglichen Regierungsgeschäfte wurden von einem Rat, in den angesehene Bürger gewählt werden konnten, abgewickelt. Über die Einhaltung der Gesetze wachte ein unabhängiges Volksgericht. Damit hatte Solon eine völlig neue Herrschaftsform geschaffen, die wir in weiterentwickelter Form noch heute haben: die Demokratie, "Volksherrschaft".

Die neue Regierungsform führte auch zu einer neuen Lebensform. Für die Athener Bürger gab es nicht mehr nur Befehl und Gehorsam, sondern Rede und Gegenrede. Um andere zu überzeugen, braucht man gute Argumente, die geschickt vorgetragen werden müssen. Das Denken und Handeln war nicht mehr von den Göttern bestimmt. Neue Gedanken über Himmel, Erde, Menschen und Götter wurden möglich. Jeder Bürger war also gefordert. Die Bildung der Bürger, Wissen und Denkfähigkeit sollte zu einem besseren, friedlicheren Miteinander führen. Nicht nur in der Philosophie sondern auch in Kunst, Architektur und Literatur setzte Athen neue Maßstäbe.

Die Athener waren die ersten, die ihre Kinder in Schulen, die den unseren nahekamen, schickten. Die Schulausbildung dauerte vom 7. - 14. Lebensjahr. Sie lernten Lesen, Schreiben und Rechnen und wurden musikalisch gebildet. Sie wurden in Redekunst (Rhetorik) unterrichtet und setzten sich mit Homers Heldensagen auseinander (z.B. = die Irrfahrten des Odysseus). Nach dem 14. Lebensjahren fand im "Gymnasion" die sportliche Ausbildung statt. Sie diente zum einen militärischen Zwecken, andererseits sollten Sporttalente gefördert werden, die bei den seit 776 v. Chr. alle 4 Jahre ausgetragenen Olympischen Spielen, der Polis zu Ruhm verhelfen sollten. Die Sieger wurden wie Helden gefeiert, mussten keine Steuern mehr zahlen und wurden lebenslang von der Stadt verpflegt und geehrt.

SPARTA dagegen besiegte und besetzte mit seinen erstklassig ausgebildeten Soldaten viele Städte und machte alle Nichtspartaner zu Sklaven. Da diese den Spartanern zahlenmäßig überlegen waren, und sich ihrem Schicksal nicht so leicht ergeben wollten, mussten fast alle männlichen Spartaner Soldaten werden, um die aufständischen Sklaven im Griff zu behalten. Schon Jungen wurden von klein auf zu Kämpfern erzogen. Mit 7 Jahren mussten sie ihre Ausbildung außrhalb des Elternhauses beginnen. Sie durften keine Schuhe und nur leichte Kleidung tragen. Sie bekamen nur wenig zu essen, um sie abzuhärten. Sie mussten Mutproben und Wettkämpfe austragen. Wer die Schläge beim Auspeitschen am längsten ohne Geschrei aushielt, siegte. Mit derart ausgebildeten Soldaten wuchs Sparta zur stärksten Militärmacht Griechenlands. In Kunst und Kultur brachten sie jedoch nichts bedeutendes hervor.


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